800 Jahre Geschichte        Mariendom Andernach    

Adresse

Kirchstrasse 11

56626 Andernach

regelmäßige Gottesdienstzeiten

Sonntag  11 Uhr

Freitag  18 Uhr

Öffnungszeit

Sonntag  10:00 – 18:00 Uhr

Werktag   9:00 – 18:00 Uhr

Küster / Ansprechpartner

Herr Werner Stein

fon: 02632-499875-18

Andernach gehört zu den wirklich alten christlichen Stätten am Mittelrhein. Viele Funde frühchristlicher Inschriften lassen auf ein ausgeprägtes christliches Leben an diesem Ort schon im 5. und 6. Jhdt schließen. Das Römerkastell an sich wird immer wieder christliche römische Soldaten beheimatet haben. Und auch der Bischof von Trier hat frühzeitig Seelsorger in das Gebiet entsandt.

Vor dem Mariendom stand an seiner Stelle schon mal eine romanische Kirche gestanden, die 1198 durch einen Brand stark beschädigt wurde. Von ihr blieb allein der nordöstliche Glockenturm übrig. Bis zum heutigen Tag hängen und läuten hier die derzeit 7 Glocken des Mariendoms.

Zwischen 1198 und 1220 schätzt man die Bauzeit des Mariendoms bis zu seiner Fertigstellung und Einweihung durch den Trierer Erzbischof. Dieser markierte mit der Größe und Ausschmückung des Doms (gerade die rheinabwärts nach Köln hin ausgerichtete Westfassade ist ein gutes Beispiel dafür) seinen Machtanspruch als geistlicher Herr in Andernach. Dies war wohl nötig, weil der weltliche Herr über Andernach seit 1167 der Erzbischof von Köln war. Damals erhielt Erzbischof Reinald von Dassel den Reichshof Andernach mit allen weltlichen Rechten von Kaiser Friedrich Barbarossa zum Dank für eine kriegerische Hilfestellung geschenkt. Der Sohn des Barbarossa-Kaisers, Heinrich VI. allerdings war es, der 1198  Erzbischof Johann I. auf den Trierer Bischofsstuhl verhalf und ihm die Andernacher Marienkirche persönlich übereignete. Auf den Resten der abgebrannten Kirche plante und baute dieser den Andernacher Mariendom, so wie er heute noch vor uns steht. Durch die Zeit des Mittelalters war der Trierer Erzbischof immer zugleich auch der Pfarrer seiner Kirche in Andernach. Auf diesen Umstand geht die bis zum heutigen Tag gerne gebrauchte Benennung „Mariendom“ zurück. Ansonsten sprechen wir von der kath. Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Andernach.

Blickfang ist die mächtige Westfassade, zu der zwei von insgesamt 4 Türmen gehören. „Sie besteht aus drei Geschossen, die durch Gesimse voneinander getrennt sind. Blendarkaden, Rundbogenfriese und Pilaster bereichern die Motive von Geschoß zu Geschoß bis zu den Türmen.“ (Dr. Weinand)

Drei Portale ermöglichen den Eintritt in die Kirche. Sie gehören zum Besten, was die romanische Kunst in jener Zeit hervorgebracht hat. Fachleute sehen hier den berühmten „Laacher Samson-Meister“ am Werk.

Das Innere des Mariendomes sieht heute anders aus, als zur Bauzeit. Damals hat ein großer Lettner den Chorraum vom Mittelschiff getrennt. Da, wo heute die Treppe den Höhenunterschied zwischen Altar und Gemeinde-Niveau überwindet, gab es eine reich verzierte Trennwand, auf der wiederum beim Gottesdienst eine Schola und sicher auch ein orgelähnliches Instrument Platz fand. Hier verrichteten die am Dom ansässigen Priester ihre Gottesdienste.

Der Farbenreichtum des Kircheninneren gibt wahrscheinlich nur einen Teil des ursprünglichen Eindrucks wider. Mittelalterliche Kirchen war für gewöhnlich großflächig ausgemalt.

An besonderen Feiertagen schmücken die Fahnen der Andernacher Nachbarschaften das Hauptschiff des Mariendoms. Sie hängen dann von der umlaufenden Empore herab. Zweimal im Jahr, an Fronleichnam und am Patronatsfest Maria Himmelfahrt, werden sie in der Prozession zum Gottesdienst mitgetragen.