Dienstag, 16. März 2020

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten haben am 16. März „Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen zur weiteren Beschränkung von sozialen Kontakten im öffentlichen Leben“ zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. U. a. sind Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften fürs Erste verboten.“ Zudem haben uns in den vergangenen Tagen Rückfragen zur Dienstanweisung vom 13. März erreicht.

Es braucht also Präzisierungen und leider auch Verschärfungen.

Deshalb gilt AB SOFORT und OHNE AUSNAHME, zunächst mindestens bis zum 30. April 2020, folgende DIENSTANWEISUNG für die territoriale und kategoriale Seelsorge im Bistum Trier

  1. Alle gottesdienstlichen Zusammenkünfte (Eucharistiefeiern, Kasualien, Andachten usw.) unterbleiben, sowohl in geschlossenen (auch privaten) Räumen, als auch im Freien (Ausnahme vgl. Nr. 4). Dies betrifft auch die vor uns liegenden Kar- und Ostertage!
  2. Erstkommunionen und Firmungen müssen zunächst bis Ende Mai abgesagt werden. Eine neue Terminfestlegung kann erst nach Beendigung der Krise (bei Firmungen in Absprache mit dem zuständigen Weihbischof) erfolgen.
  3. Alle Kasualgottesdienste (Taufen, Trauungen, Sterbeämter) müssen verschoben werden. Eine neue Terminfestlegung kann erst nach Beendigung der Krise erfolgen.
  4. Die Beisetzung auf dem Friedhof darf nur im allerengsten Familienkreis und entsprechend den örtlichen Vorgaben bzgl. der Nutzung der Leichenhallen stattfinden. Auf das Bereitstellen von Weihwasser und Erde am Grab ist zu verzichten.
  5. Selbstverständlich feiern die Priester sonntags und werktags die Hl. Messe für die Gläubigen, weil in dieser Stunde der Not gerade die Feier der Eucharistie unser unvertretbarer Auftrag als Kirche ist, um die Not der Menschen vor Gott zu tragen und ihnen, wenn auch vorerst nur geistlich, nahe zu sein.
  1. Die Gläubigen sind einzuladen, zu Hause Gottesdienste, die über die Medien verbreitet werden, mitzufeiern und in dieser Weise auch geistlich zu kommunizieren. Die Gläubigen sind von der Erfüllung der Sonntagspflicht befreit.
  2. Die Kirchen sind offen zu halten als Orte des persönlichen Gebetes. Soweit möglich sollte hier auch ein Seelsorger/eine Seelsorgerin als Ansprechperson anwesend sein oder um Gläubigen, die für sich oder für ihre kranken Angehörigen darum bitten, die Hl. Kommunion zu spenden. Auch kann das Sakrament der Versöhnung oder der Segen erbeten werden. Alles unbedingt unter der Beachtung der notwendigen Hygienevorschriften.
  3. Sämtliche Maßnahmen und Veranstaltungen unterbleiben. Dazu zählen insbesondere Einkehrtage, Exerzitien, gestaltete Kar- und Ostertage, Kommunionkinder- und Firmvorbereitungstreffen, Gremiensitzungen, Treffen von Gruppen und kirchlichen Vereinen, Chorproben, Wallfahrten, Freizeit- und kulturelle Maßnahmen, Schulungen, Veranstaltungen im Rahmen der Seniorenpastoral, Ausstellungen usw.
  4. Die Pfarrbüchereien, Pfarrheime und weitere kirchliche Orte der Begegnung sind geschlossen. Auch private Feiern an diesen Orten sind verboten.
  5. Konferenzen von Hauptamtlichen mit physischer Präsenz unterbleiben, außer es besteht unaufschiebbarer dienstlicher Bedarf (z. B. Krisenstäbe) und andere Formen (Telefonkonferenzen) lassen sich nicht realisieren. Hierüber entscheidet der zuständige Vorgesetzte. Im Falle von dennoch nötigen Konferenzen mit physischer Präsenz muss eine Liste der Teilnehmenden geführt werden, damit evtl. Ansteckungswege nachverfolgt werden können.
  6. Es ist möglichst zu vermeiden, dass ein vollständiges (Pastoral-)team zusammenkommt, da ansonsten im Falle der Infektion eines Mitarbeiters die Ansteckung und/oder Quarantäne des gesamten Teams droht. Die Mitglieder des Teams sollten nicht überschneidend miteinander in Kontakt (auch nicht privat) treten!
  7. Sämtliche Dienstreisen unterbleiben, außer es besteht unaufschiebbarer dienstlicher Bedarf. Hierüber entscheidet der zuständige Vorgesetzte.
  8. Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind zu verschieben.
  9. Die Seelsorge ist weiter zu gewährleisten, dies unter Beachtung des angemessenen Eigenschutzes, der in besonderer Weise für ältere Seelsorgerinnen und Seelsorger und für solche mit Vorerkrankungen gilt, da sie zur Risikogruppe der Corona-Erkrankung gehören. Dies heißt insbesondere: Persönliche Krankenbesuche müssen wegen der Gefahr einer Ansteckung der alten und kranken Menschen unterbleiben. Stattdessen halten die Seelsorgerinnen und Seelsorger telefonisch Kontakt. Das Sakrament der Krankensalbung und der Wegzehrung wird den Schwerkranken und Sterbenden gespendet. Die Seelsorgerinnen und Seelsorger sind auf jeden Fall telefonisch, digital und soweit als möglich und sinnvoll auch persönlich für die Gläubigen erreichbar.
  10. In den Pfarrbüros ist die Erreichbarkeit sicherzustellen, der Publikumsverkehr ist einzustellen.

 

 


Montag, 16. März 2020

1. Pfarrbüro

Das Pfarrbüro ist ein manchmal stark frequentierter Ort, an dem unterschiedlichste Menschen zusammen kommen. Um sich selbst und die Belegschaft hier auch zu schützen, bitten wir Sie, möglichst von Besuchen im Pfarrhaus abzusehen und alles, was zu regeln ist, telefonisch oder per e-mail zu erledigen.

 

2. Gottesdienste

Der Sonntagsgottesdienst gestern im Internet hatte hohe Resonanz. Das freut mich sehr und zeigt, dass die Übertragung auf diesem Weg eine echte Alternative zum „Nichts“ ist.

Technisch gibt es noch manches zu verbessern (z.B. am Ton), aber im Ganzen hat das recht gut geklappt, sodass wir auch am kommenden Sonntag wieder mit der hl. Messe online gehen werden. Dafür haben wir ja extra einen eigenen Kanal bei Youtube aufgemacht, über den auch alle Menschen mit uns verbunden sind, die nicht bei Facebook, Instagram oder auf sonstwelchen Netzwerken vertreten sind. Youtube bekommt jeder Internetnutzer, und unseren Kanal finden Sie hier.

 

Zwischendurch werden wir auch manche Werktagsmesse feiern, aber ohne Öffentlichkeit. Es geht ja immer darum, Menschengruppen zu vermeiden.

 

Die „bestellten Messen“, die im Pfarrbrief ausgedruckt sind, nehmen wir alle in die eine Sonntagsmesse mit hinein, sodass Sie zu Hause am Bildschirm gerne mitfeiern und hören können, wenn die Namen genannt werden.

 

3. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen

Diese Gottesdienste dürfen teilweise stattfinden, allerdings nur im kleinsten Rahmen. Auch hier gilt es, zu vermeiden, dass Menschen in Gruppen über einen längeren Zeitraum zusammenkommen. Bei einer Taufe läßt sich der engste Familienkreis ja noch bei ca. 10 Personen definieren. Bei einer Hochzeit ist das schon schwieriger. Wir können keine Gewähr dafür übernehmen, das ausgemachte Termine bis zum Sommer nicht doch durch ein allgemeines Versammlungsverbot aus Präventionsgründen abgesagt werden müssen. Hier sollten Paare evtl. überlegen, die kirchliche Trauung zu verschieben, wenn sie vor dem Sommer liegt.

Beerdigungen sind derzeit nur auf dem Friedhof im Rahmen einer Trauerfeier möglich, sofern nicht mehr als 20 Personen in der Trauerhalle zusammenkommen. (städtiische Verordnung).

 

4. Erstkommunion

Die Erstkommunionfeiern 2020 am jeweiligen „Weißen Sonntag“ im Mariendom, St. Stephan, Kell und Eich können an den vorgesehenen Terminen nicht mit letzter Gewißheit  stattfinden. Um den Familien und allen, die davon abhängen eine Planungssicherheit zu geben, sagen wir die vorgesehenen Feiern ab. Die betroffenen Familien werden in einem eigenen Schreiben dazu informiert.

Alternativ laden wir die Kinder – die ja gleichsam fertig vorbereitet sind – zu einem späteren Termin im Jahr 2020 ein, einen beliebigen Sonntag (vielleicht im Herbst) zu „Ihrem Weißen Sonntag“ zu machen. Dann wird es zwar keinen klassischen Weißen Sonntag geben, aber wir werden das Ereignis für die Kinder im jeweiligen Gottesdienst würdigen und betonen. Von Vorteil ist auch, dass nicht alle Familien am selben Sonntag alle Lokale besetzen müssen – es bleibt mehr Freiheit in jeder Hinsicht.

 

5. Hilfe und Unterstützung

In diesen Tagen und Wochen sind viele Menschen auf sich gestellt, weil sie zu Hause bleiben müssen. Sollten Sie irgendwie Hilfe brauchen, lassen Sie es uns wissen. Wir versuchen zu helfen – mit einem Einkauf oder sonst welchen Besorgungen, die Sie alleine nicht machen können. Ein Anruf im Pfarrbüro genügt…

 

6. Ostern

Bis dahin sind es noch ein paar Wochen, die Prognosen versprechen noch keine Besserung, aber dennoch scheuen wir uns, jetzt schon eine Aussage zur Gestalt der Kar- und Ostertage zu machen. Lassen wir dafür nochmal etwas Zeit verstreichen und schauen wir, wie sich die Dinge entwickeln… Es wäre äußerst schade, die Osterfeiern auch absagen und auf eine Internet-Messe reduzieren zu müssen. Ich will es mir noch gar nicht vorstellen…

 

 

„Beieinander-Bleiben“ heißt die Devise in diesen Tagen und Wochen.

Beieinander-Bleiben, in dem wir uns Distanz gönnen und uns gegenseitig so schützen. Beieinander-Bleiben heißt auch, sich selber nicht der Nächste zu sein, beim Sorgen und Besorgen, beim Einkauf im Supermarkt.

Wir stehen noch ganz am Anfang einer echten Herausforderung für uns alle.

Zeit zu gestalten, wenn alles geschlossen hat, ist gar nicht so einfach, schon gar nicht mit Kindern, die sich noch nicht selbst beschäftigen können. Viel Kraft und Segen daher den Familien, den Eltern. Viel Kraft denen, die alt sind und vorsichtshalber keinen Besuch erwarten können. Viel Kraft denen, die andere auffangen in dieser Zeit.

Gebe Gott uns allen Segen und Kraft.

 

Herzliche Grüße Ihnen allen,

 

Stefan Dumont

Pastor


 

 

Samstag, 14. März 2020

 

Die Sonntagsmesse für unsere Pfarreiengemeinschaft können Sie am Sonntagmorgen auf  YouTube sehen.  


13. März 2020

Es ist nur eine der Nachrichten an diesem Freitag, dem 13. – aber es ist eine fast unglaubliche… 

Das Bistum Trier hat im Rahmen der Corona-Infektions-Schutzmaßnahmen verfügt, dass vorerst  a l l e  öffentlichen Veranstaltungen ausgesetzt werden. Dazu gehören auch die Messen am Sonntag und am Werktag. 

Das heißt konkret für uns in Andernach: Die im Pfarrbrief ausgeschriebenen Messen am Samstag/Sonntag sowie in der kommenden Woche finden nicht statt.

Damit gewährleisten wir, dass in der Gemeinde keine Infektionsmöglichkeit gegeben ist. Wir werden stattdessen im kleinen Kreis eine Hl. Messe in den Anliegen der Gemeinden und mit allen bestellten Mess-Intentionen feiern. Diese Messe soll am Sonntagmorgen im Internet auf dem Facebook-Kanal „Mariendom“ sowie auch auf Instagram „mariendom.1220“ bereit stehen. So können Sie zu Hause die Sonntagsmesse in Andernach mitverfolgen und mitfeiern.  

Sämtliche Veranstaltungen in der kommenden Woche, Sitzungen, Treffen, Frühschichten etc. sollen nicht stattfinden.

Aufgrund der nicht planbaren Lage können wir keine Garantie für die Termine der Erstkommunionfeiern übernehmen. 

Alles Weitere, das mit der Direktive aus Trier verbunden ist, werden wir jetzt hier im Pastoralteam und mit den Verantwortlichen überlegen und nächste Woche kommunizieren. Sie finden die Details auf der Internetseite des Bistums.

 

 

Dass es soweit kommt, hätte ich vor ein paar Tagen noch nicht für möglich gehalten. Aber die Entwicklung läßt sich kaum aufhalten. Heute hagelt es förmlich von allen Seiten her Absagen von Veranstaltungen. Wenn das die richtige Maßnahme ist, um der Verbreitung dieses Virus Einhalt zu gebieten, dann sei es eben so. Wir machen mit und schließen uns an.  Denken wir aneinander und beten wir füreinander – und für die Welt, die wir gerade vollkommen „aus den Angeln“ erleben. Ich bin aber überzeugt: Gott läßt sie nicht fallen, diese Welt. Sie wird sich wieder einrenken… ER hat ein Auge drauf.

Ihr Pastor Stefan Dumont