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Kunst im Dom…

 

… das ist eigentlich nichts Neues. Seit Jahrhunderten ist es das Bestreben der Menschen, die Dinge von und zwischen Himmel und Erde anschaulich darzustellen. Das Irdische, wie auch das Transzendente fordern den Ausdruck in der Art und Weise, wie Menschen es ausdrücken können. Im Wort, in der Musik, in der szenischen Darstellung und im Bild.

Kirchenräume öffnen den Himmel für den, der sich in ihnen von der Erde lösen kann um sich in das Große und Weite zu versetzen.

Der spätromanische Bau des Andernacher Mariendoms vermittelt erhabene Größe und schützende Geborgenheit, Stabilität und Kontinuität, farbenfrohe Vitalität und irdene Bodenständigkeit.

In dieser Atmosphäre finden im Jubiläumsjahr 2020 verschiedene Gegenwartskünstler einen Ort, ihre Werke zu zeigen und zu Gehör zu bringen. Sie suchen die Auseinandersetzung mit klassischen christlichen Begriffen, Formeln, Anschauungen und mit dem Raum. Sie bieten Gespräch und Präsenz, fordern Zustimmung und Widerspruch, provozieren den Geist und weiten unsere Wahrnehmung vom religiösen Empfinden.

Weil im Hause des Vaters viele Wohnungen sind, haben Künstlerinnen und Künstler im Jubiläumsjahr einen Platz im Mariendom. Sie stellen uns Perspektiven ihres Denkens, Fühlens und Glaubens vor. Für manche von ihnen ein echtes Wagnis – ist doch der Kirchenraum mehr als ein Museum: GottesOrt und MenschenOrt. Liturgischer Raum und Festsaal. Stille, Klage, Freude und Lobpreis. Leben eben…

 

Der Wohnungen sind viele im Hause des Vaters.

Treten Sie mit ein?

Fühlen Sie sich eingeladen – und herzlich Willkommen.

 


Am 7.3. um 17 Uhr wird im rechten Seitenschiff des Mariendoms eine Ausstellung eröffnet, die den Titel hat „In des Vaters Haus gibt es viele Wohnungen“(nach Joh.14,2). Sie ist der erste Teil einer Trilogie, das heißt es folgen noch zwei Ausstellungen im Sommer und im Herbst (17.5.17h und 10.10.,17h)des Domjubiläumsjahres. Alle Ausstellungen sind dem freundlichtoleranten Wohnungsangebot Jesu zuzuordnen „wenn dem nicht so wäre, ich würde sie nicht vorbereiten!“

Die Erste der drei heißt „kreuz/fahrt“ weil es Passionszeit ist. Sie zeigt „Wegkreuze“ von Petra Maria Mühl farbenprächtig auf Seidenpapier gemalt. Es ihr ganz persönlicher Kreuzweg und auch das Bild „Ruine“ 2006 ist in großer Emotionalität geschaffen worden. Anat Manor arbeitete asketisch und fast ohne Farben speziell für diese Ausstellung im Mariendom 2019/20. Sie hat über ihre Rolle, in eine katholische Kirche eingeladen worden zu sein, nachgedacht. Da sie am Strand von Tel Aviv Toleranz unter Frauen gleichwelchen Glaubens erlebte, ist ihr Eindruck hier in Andernach zu ihren Wurzeln zurückkehren zu können (ihrText für Andernach ist im Anschluß zu lesen), weil diese Stadt römischen Ursprungs und zugleich multiethnisch ist. Dritte im Bunde ist Karin Nedela, die sich photografisch-malerisch Geschichten aus der Geschichte nähert. Sie empfand Merowingerprizessinnen, Byzantinerinnen und Märtyrerinnen nach, wie sie teilweise in historischen Bildern sichtbar werden. Imaginäre Portraits entstanden, aber dies mit den Augen von Zeitgenossinnen und im Bewußtsein sie hier und jetzt schöpferisch gestalten zu können.

Zur Einführung spricht Dr.Christian Rathke, Museumsdirektor a.D., der mit seiner Frau, Ursula Goldau, Malerin und Kunsthistorikerin, die Ausstellungen kuratiert.

Es treten außerdem zwei Performerinnen auf, Karin Meiner, in Andernach geboren und international bekannt durch den Kunstpavillon Burgbrohl und Theresa Buschmann, vielgestaltig tätig im Rheinmainkreis, ausgebildete Sängerin und ebenfalls Agentin aktuellster Gegenwartskunst. Frau Meiner reflektiert ihre Jugend und Beziehung zu Andernach indem sie im Uhrzeigerin eine Stunde im Kreis läuft und dabei Lebenszeit veranschaulicht.

Frau Buschmann rezitiert ein Gedicht von August Stramm „die Menschheit“ von 1915, das seitdem nichts von seinem Entsetzen über Krieg und Ungerechtigkeit eingebüßt hat. Alle Künstlerinnen zusammen gestalten ihre „Wohnungen in der Kunst“ sehr unterschiedlich und geben einen Eindruck aus ihrer ganz persönlichen Beziehung zum Bau, den alle sehr bewundern, der Institution-die auch kritisch hinterfragt wird- und den Menschen der Gemeinschaft Kirche, die herzlich eingeladen sind auch darüber zu sprechen, was Bilder und Aktionen mit ihnen machen. Am 4.4.17h endet die erste Ausstellung mit Theresa Buschmann, die „Flammenzeichen“ der koreanischen Komponistin Youngi Pagk Paan aufführt. Die „Weiße Rose“ war Auslöser der Komposition und ist ein Appell. Wir laden schon jetzt nachdrücklich dazu ein, da vor der Karwoche die Ausstellung bereits abgebaut ist und nach Leutesdorf in den dortigen Fronhof, Kirchstr.2 weiterwandert bzw. fährt. In einem völlig anderen Umraum wird sie zusammen mit neuen Bildern zu sehen sein. Am Himmelfahrtstag wird sie im Kelterhaus eröffnet, zu dem die Marienstätter Mönche die alte Merowingerkirche umgestalteten, nachdem die Herforder Fürstabtei bereits die Eigenkirche aufgegeben hatte, weil sie zu klein geworden war. Das geschah gleichzeitig mit der Entstehung des spätromanischen Doms in Andernach wie man an der Leutesdorfer Pfarrkirche St.Laurentius sehen kann.

Führungen finden auf Wunsch gerne statt tel.02632 5050966 ab 5 Personen, gerne unter dem aspekt der Inklusion, leider ohne Gebärdendolmetscher (wir werden uns mühen jemanden zu finden) und mehrsprachigkeit könnte auch organisiert werden, Handzettel und Flyer liegen bereit, ein Katalog ist geplant zu dem Fotos von „Kirche&Ausstellung“ eingereicht werden können.